Aufsuchende Betreuung2018-08-28T21:30:25+00:00

AUFSUCHENDE BETREUUNG

Heilpädagogische Hilfen zur Förderung der Selbstständigkeit im Alltag, der sozialen Kompetenz und der Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft.

Heilpädagogische Einzelangebote

Die aufsuchende Hilfe als Teil der ambulanten Hilfe setzt am jeweiligen Lebensort der Klient*innen an. Meist handelt es sich um das Anbahnen erster Kontakte in der Familie, im eigenen Wohnraum, in der Wohneinrichtung, der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM), in Flüchtlingseinrichtungen, im Obdach, im Strafvollzug oder in der psychiatrischen Klinik.

Lebenspraktische Förderung und die Vorbereitung auf den Eintritt in eine Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) oder auch auf den ersten Arbeitsmarkt gehören ebenso zu unseren Angeboten wie die Unterstützung bei der Suche nach einer Wohneinrichtung, die Assistenz beim Leben in der eigenen Wohnung oder die Begleitung bei Ablöseprozessen vom Elternhaus. . Viele Verhaltensauffälligkeiten unserer Klient*innen und ungünstige Umweltfaktoren, bilden häufig unüberwindbare Barrieren für unser Klientel.

Ziel ist es, die Klient*innen wieder an die Möglichkeiten der Eingliederungshilfe und damit an die Teilhabe und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben heranzuführen, Barrieren zu reduzieren oder aufzuheben.

Wir unterstützen und begleiten Klient*innen zur diagnostischen Abklärung einer möglichen psychiatrischen Diagnose in Fachkliniken sowie zu niedergelassenen Psychiatern.

Rainer Sturm / pixelio.de

Rainer Sturm / pixelio.de

Heilpädagogische Gruppenangebote

Auf der Grundlage unterschiedlicher Zugänge wie z.B. Handwerk, Kochen, Bewegung und Kreativität wird soziales Miteinander erlebt und Themen wie Gruppenfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Kompromissbereitschaft und Arbeitshaltung im Kleinstgruppenkontext erarbeitet.

Zur aufsuchenden Hilfe gehören folgende Gruppenangebote

  • Arbeits- und Beschäftigungsprogramm (ABP)
  • Freizeit- und Sozialkompetenzgruppe (FreiSoKom)
  • Kochgruppe
  • Partnerschaft und Sexualität
  • Wertschätzende Kommunikation (WeKo)

Arbeits- und Beschäftigungsprogramm (ABP)

Einzelne Menschen mit geistiger Behinderung bekommen aufgrund ihrer Verhaltensauffälligkeiten nach dem Schulbesuch keinen Zugang zu den Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM), deren Fördergruppen oder den niedrigschwelligeren Angebot zur Beschäftigung, Förderung und Betreuung (ABFBs). Manche Betroffene werden nach erfolglosen Versuchen als werkstattunfähig eingestuft und zeitweilig oder auf Dauer „beurlaubt“. Diesen Menschen gilt es, ein noch niedrigschwelligeres Angebot zu unterbreiten als es in den WfbM, Fördereinrichtungen und ABFBs möglich ist.

Personengruppe:

Wir arbeiten mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die aufgrund ihrer Verhaltensauffälligkeiten nach dem Schulbesuch keinen Zugang zu einer Ausbildung, einer  WfbM, ABFB oder deren Fördergruppen erhalten.

Mit Menschen, die keinen Platz in einer tagestrukturierenden Einrichtung erhalten oder Klient*innen mit massiven Tag-Nacht-Rhythmusstörungen ohne Tagesstruktur mit Verwahrlosungstendenzen.

Das ABP besteht aus drei Bereichen:

  • Handwerk und Garten
  • Kochen und Hauswirtschaft
  • Kreativbereich

Unser Schwerpunkt im ABP liegt in der Förderung sozialer Interaktion im Kleinstgruppenkontext. Das Ziel für unsere Klient*innen ist, sich in Gruppen adäquat zu verhalten, verantwortlich Termine wahrzunehmen, Grenzen zu erkennen und einzuhalten, sowie individuelle Anforderungen einer Beschäftigung auszuhalten und ihr eigenes Selbstwertgefühl, Wohlbefinden, Selbstbestimmung zu erhöhen.

Freizeit- und Sozialkompetenzgruppe

Die Freizeit- und Sozialkompetenzgruppe ist ein offenes Gruppenangebot. Im Rahmen verschiedener Freizeitangebote können die Teilnehmer Kontakte untereinander knüpfen und ihre sozialen Kompetenzen in der Gruppe erproben.

Die Teilnahme an der Gruppe kann alleine oder auch in Begleitung des Bezugsbetreuers erfolgen.

Ziele

  • Kontakte zu anderen annehmen und respektvoll gestalten

  • Beachten und Einhalten von Regeln

  • Entwicklung und Verbesserung der Gruppenfähigkeit

Kochgruppe

Dieses Angebot richtet sich an Klient*innen mit einer externen Tagesstruktur. Die meisten von ihnen leben allein in eigener Wohnung oder im familiären Verbund. In dieser Gruppe erfolgt in erster Linie ein Sozialtraining, bei dem die Klient*innen lernen, sich ein- und unterzuordnen. Das heißt, ihre eigenen Intentionen und Bedürfnisse zurückzustellen und Handlungsabläufe beim Kochen miteinander auszuhandeln und einzuhalten. Die gemeinsame Mahlzeit vermittelt neben dem Gefühl der Zusammengehörigkeit auch Sicherheit in der Interaktion mit anderen Menschen. Dieses gute Miteinander ist mit Voraussetzung um am Gemeinschaftlichen Leben verstärkt teilnehmen zu können.

Ziele

  • Erwerb von adäquaten Verhaltens- und Umgangsformen im alltäglichen Zusammenleben im Kontext einer Mahlzeit.

  • Toleranz gegenüber dem Verhalten anderer Gruppenteilnehmer*innen

  • Entwicklung eines gesunden Ernährungsbewusstseins

Gruppe „Partnerschaft und Sexualität“

Die Teilnehmenden erhalten die Möglichkeit, sich im Bereich Freundschaft, Partnerschaft, Liebe und Sexualität auszutauschen und ihr Wissen zu erweitern (Sexualaufklärung). Durch eine Vielfalt an integrativen Methoden und Hilfsmitteln können die Teilnehmenden individuell angesprochen werden und haben die Möglichkeit, sich bedürfnisorientiert zu entwickeln. Sie erhalten Unterstützung bei der Entwicklung ihrer Identität sowie ihrer sexuellen Orientierung. Die Teilnehmenden haben zusätzlich die Möglichkeit, eigene Sexualerfahrungen zu verarbeiten und sexuelle Wünsche einzuordnen

Ziele

  • Wahrnehmung der eigenen geschlechtlichen Identität

  • Entdecken der eigenen sexuellen Orientierung, Bedürfnisse und Wünsche

  • Vermittlung von Wissen zum Thema sexueller Missbrauch und Prävention von sexuell übertragenen Infektionen

  • Entwicklung kommunikativer Fähigkeiten zum Thema Partnerschaft und Sexualität

Wertschätzende Kommunikation (WeKo)

Unter Wertschätzender Kommunikation ist ein ganzheitliches Kommunikations- und Selbstmanagementtraining zu verstehen. Besonders geeignet ist dieses Gruppenangebot für Menschen mit leichten Lernschwierigkeiten, die ein Interesse daran haben, sich und andere besser zu verstehen oder die im sozialen Miteinander immer wieder in die gleichen frustrierenden oder gar eskalierenden Muster verfallen.

Ziele

  • Erweiterung und Festigung der Fähigkeiten zur positiven und differenzierten Selbst- und Fremdwahrnehmung

  • Erlernen einer differenzierten Sprache, um die Eigenwahrnehmung von Bedürfnissen und Verhalten verbal oder nonverbal darzustellen

  • Entwicklung einer Akzeptanzhaltung, um eigene und die Bedürfnisse des Gegenübers zu erkennen

  • Erlernen elementarer kommunikativer Grundbegriffe

  • Erhöhung der Reflexions- und Mentalisierungsfähigkeiten (Perspektivübernahme)

  • Verbesserung der Affektregulierung und Verhaltenssteuerung

Heilpädagogische Ambulanz

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